Aus dem Handbuch für korrektes Träumen I
Fünf Träume sitzen mit ihren Notizen im Sonnenschein zu deiner Linken,
fünf Zettel also, die möglicherweise erst im Umschreiben Sinn ergeben,
während fünf in ihrem Viertel sachte im heißen Asphalt langsam versinken.
Was soll man machen mit solchen Gästen, die spöttisch wie freche Finken
sagen, dass ihre Existenz unabhängig wär‘ vom gestrigen Erleben?
Fünf Träume sitzen mit ihren Notizen im Sonnenschein zu deiner Linken,
und du suchst die Gesichter der fünf Freunde, die vor deinen Augen ertrinken,
kaum mehr als Wissensknoten, Schemen, die Existenzbeweisen widerstreben,
während fünf in ihrem Viertel sachte im heißen Asphalt langsam versinken.
Du denkst, du weißt genau, was deine Träume sich notieren, ein mattes Winken,
„aber da ist ein Problem“, sagt Nummer Zwei verlor’n, „das solltest du beheben.“
Fünf Träume sitzen mit ihren Notizen im Sonnenschein zu deiner Linken.
Jeder von euch hat Probleme, denkst du, man sieht’s am ständigen Augenblinken,
und sprecht ihr nicht zum ersten Mal zu mir, als gält’s, mich in mir selbst zu verweben,
während fünf in ihrem Viertel sachte im heißen Asphalt langsam versinken?
„Nicht mit mir“, rufst du laut, „eure Überredungskünste könnt ihr euch abschminken!“,
du schlägst die Augen auf, leise öffnet sich dein erster Traum, um weg zu schweben.
Vier Träume sitzen mit ihren Notizen im Sonnenschein zu deiner Linken,
während vier in ihrem Viertel sachte im heißen Asphalt langsam versinken.








