Kritikerinnen und Kuratoren

 

Eine Zeit, ein Jahr, und eine Stunde stehen neu vor unsren Toren.

Du, Nachmoderner, ahnst nicht, wie Möglichkeiten waren noch vor wenig Jahren

regelnd gehalten unter wachsam Augen unsrer Freundinnen, der Horen.

 

Auch das Kommende hat Rätsel, ihre Lösung ohne uns erkoren,

als alle dachten, wir bräuchten nur mehr Möglichkeiten, besser noch in Scharen,

eine Zeit, ein Jahr, und eine Stunde stehen neu vor unsren Toren.

 

Wie den Sonnenaufgang haben wir die Akzeleration beschworen,

schöne Frucht, Stabilität und ewig Ordnung, Wohlstand, Überfluss an Waren

regelnd gehalten unter wachsam Augen unsrer Freundinnen, der Horen.

 

Die Ausweglosigkeit ist stickig, wie unter schönen Diktatoren

verringert zu viel Auswahl unsere Auswahlmöglichkeit, es ist verfahren,

eine Zeit, ein Jahr, und eine Stunde stehen neu vor unsren Toren.

 

Und so rutscht ewig nur der dunkle Schlamm aus den sozialen Foren,

dein Wort, es wird benutzt, weiterverwendet, willst du dein Sprechen dir da sparen,

regelnd gehalten unter wachsam Augen unsrer Freundinnen, der Horen?

 

Da heraus führ‘n werden uns nur Kritikerinnen und Kuratoren,

denn nur sie retten dich vorm Machtanspruch der Gegenwart und ihrer Gefahren.

Eine Zeit, ein Jahr, und eine Stunde stehen neu vor unsren Toren,

regelnd gehalten unter wachsam Augen unsrer Freundinnen, der Horen.

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© Peter Karoshi